Spamfilter im öffentlichen Raum

In Berlin Kreuzberg haben wir in der Nacht von Sonntag auf Montag den 27.8.2007 ca. 1000 Werbeflächen als [SPAM] markiert. Es ging uns um eine regelrechte Penetration durch Werbeflächen, deshalb wurden auch weder Brot für Welt noch Museumsankündigungen ausgespart. Wir wollen selbst entscheiden ob wir uns eine Werbung anschauen oder nicht. Das wird leider immer schwieriger. Aus der knapp gehaltenen Presseerklärung:

Durch eine alltägliche und flächendeckende Propagierung von Lebensstilen, Normen und Idealen durch Werbung im öffentlichen Raum fühlen wir uns zunehmend belästigt und in unserem Selbstbestimmungsrecht angegriffen. Wirtschaftliche Interessen zielen darauf, Bedürfnisse in uns zu wecken, um die Nachfrage für ein ständig wachsendes Warenangebot zu sichern. Wir wollen nicht mehr auf reine Konsument_innen reduziert werden!

Um dem endlich etwas entgegenzusetzen gibt es in Kreuzberg nun einen Spamfilter im öffentlichen Raum.

Ihre Werbeunterbrechung

Bei Spreeblick berichtet Johnny über die Aktion und hofft, dass es sich bei [SPAM] nicht um eine Guerillamarketing-Aktion für ein neues Deo handelt. Außerdem gibts dort weitere Bilder und eine Diskussion.


8 Antworten auf “Spamfilter im öffentlichen Raum”


  1. 1 4rtist.com#─────██████████════█ 29. August 2007 um 19:22 Uhr

    bin dabei die Aktion etwas fortzusetzen.
    Zielsetzung ist es, Leute durch risikolosere Aktionen zum hANDELN GEGEN WERBUNG ZU MOTIVIEREN.
    Habt Ihr /Du etwas gegen die Verwendung des Begriffes „Public spam“
    Kann aber auch sein , dass ich eh einen anderen Begriff verwende.

    http://6de.de/public-spam

    Die flickr fotos sind auch unter
    http://streetart.kicks-ass.org/showthread.php?goto=newpost&t=148#__zu_finden

    6reetings

  2. 2 tagger 29. August 2007 um 19:36 Uhr

    sehr coole aktion! soviele – die sind einfach überall in kreuzberg überklebt :-) ! hoffe, das sich viele ein beispiel daran nehmen und auch loslegen – egal ob da politik-plakate drüber kommen, oder streetart oder einfach ein schönes bombing… ;-)

  3. 3 Andreas Schoener 29. August 2007 um 20:06 Uhr

    wir würden uns sehr über Nachahmungstäter freuen. Ob wie bei uns mit Spuckies oder mit Tags, Schablonen oder wie auch immer, ist wurst. Die Worte „Public Spam“ also bitte bitte gerne weiterverwenden.

  4. 4 scot 30. August 2007 um 13:06 Uhr

    Congratulations on the success of the Aktion. It reminded me to be conscious of my environment, made the invisible-through-saturation visable again.

  5. 5 Frau Feli 31. August 2007 um 14:49 Uhr

    Hi!

    Sehr coole Aktion, habe gelacht! Ich habe auch Fotos gemacht, die ich hier

    http://www.23hq.com/FrauFeli/photo/2361390

    und hier

    http://www.23hq.com/FrauFeli/photo/2361393

    gepostet habe. Und natürlich find ichs gut, wenn man den Blick auch mal wieder ungehindert shweifen lassen kann, ohne dass er sich gleich wieder an Anzeigen/Plakaten/Leuchtreklamen… aufhängt. :) Bin ein großer Streetart- Fan und freue mich über jede ambitionierte Arbeit. Aber auch flächendeckendes taggen ist ein Form des spammens..
    Grüße, FrauFeli

  6. 6 Christian 02. September 2007 um 18:54 Uhr

    Herzliche Gratulationen nach Berlin für den Einsatz gegen unerwünschte Werbung im öffentlichen Raum!

    Wenn man etwas Geld hätte, könnte man meines Erachtens problemlos nachweisen, dass sich kein Schwein um Werbeplakate schert. In der Schweiz berichtet die Marktführerin in der Plakatwerbung, dass 2-4% Beachtung (nicht Akzeptanz! nicht Freude daran! nicht Kaufwunsch!) in der Bevölkerung bereits ein hoher Wert ist.

    Wo diese Blindheit der Plakatwerbung, diese Unempflindlichkeit gegen die Befindlichkeit der Bevölkerung hinführt, hat uns das Beispiel São Paolo vor Augen geführt: in den Tod der Plakatwerbung. Aber die Werbeverantwortlichen lassen sich nicht bekehren, denn schliesslich gehen die meisten in 10-15 Jahren in Rente und interessieren sich einen Dreck darum, ob die eigene Branche in 50 Jahren noch existiert.

    In Zürich haben wir vor 1 1/2 Jahren die IG Plakat | Raum | Gesellschaft gegründet (www.plakat-raum-gesellschaft.ch), um dieser und anderer Kritik zu einem Sprachrohr zu verhelfen. Unsere bislang lustigste Aktion war die Zuspämmung der Werbebranche an der Preisverleihung des „Werbers des Jahres“. Als auch unsere Zettelchen in der Werbeflut untergingen, haben wir sie kurzerhand den Werbefuzzis auf den Rücken geklebt. Einige fanden’s lustig, andere haben einmal mehr eine grosse Humorlosigkeit an den Tag gelegt.

    Fazit: weiter so! hüben und drüben.

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